Aktuelle Trendumfrage: „Kreativwirtschaft Baden-Württemberg 2012“

Die Kreativwirtschaft ist in Baden-Württemberg mit rund 210.000 Beschäftigten eine der führenden Branchen, zu der allerdings nur wenige Strategiestudien und Zukunftsprognosen verfügbar sind. Hier setzt eine aktuelle Trendumfrage an, die im Rahmen der landesweiten Initiative „Cluster Kreativwirtschaft Baden-Württemberg“ an der Hochschule der Medien (HdM) in Zusammenarbeit mit der MFG Innovationsagentur für IT und Medien durchgeführt wird.

Die Befragung läuft noch bis zum 30.11.2011 und ist unter folgendem Link aufrufbar:

http://bit.ly/trendbarometer_2012.

Das Ausfüllen des Online-Fragebogens dauert ca. 15 Minuten. Bei Interesse erhalten die Teilnehmer eine Ergebniszusammenfassung direkt per E-Mail.

Ziel der jährlichen Erhebung ist es, Einschätzungen der Unternehmen der Kreativwirtschaft bezüglich der von ihnen erwarteten Entwicklungstrends zu erheben.  Die Ergebnisse liefern einerseits für Unternehmen der Kreativwirtschaft eine wichtige Informationsbasis für eigene strategische Entscheidungen. Andererseits liefert das Trendbarometer wichtige Impulse für die Arbeiten im landesweiten Netzwerk der Kultur-, Kreativ- und IT-Wirtschaft in Baden-Württemberg.

 

Radio der Zukunft

Der Hörfunk ist hinsichtlich Kundenakzeptanz und Marktdurchdringung das Schlusslicht der Digitalisierung in Deutschland. Obwohl bereits vor 20 Jahren im Rahmen von DAB initiiert, zählt es nach Buch, Zeitung und TV zu den letzten der klassischen Medien, das sich umfangreichen Innovationsprozessen im Sinne der Digitalisierung unterziehen muss.

Im Fokus der ersten Einführung des digitalen Hörfunkstandards DAB stand die Radioübertragung in CD Qualität. Das Argument des gesteigerten Hörgenuss hat bei den Kunden jedoch wenig gezogen, DAB konnte bis dato nur etwa 500.000 Haushalte/Empfänger für sich gewinnen. Das analoge UKW-Netz blieb der de-facto Standard für die Hörfunkübertragung.

Heute, rund 20 Jahre später, sind die Anforderungen an die Bedürfnisbefriedigung moderner Nutzungsprofile deutlich gestiegen. Mobile wie auch stationäre Information und Unterhaltung sind geprägt durch das Web 2.0, Digital-TV, unzählige Endgeräte und vielfältige Zugangspunkte. Zudem sind Funktionen für Interaktion, Personalisierung und Sozialisierung von wachsender Bedeutung.

Mit Inbetriebnahme des DAB+ Standards zum 1. August 2011, ist ein erneuter Anlauf zur flächendeckenden, digitalen Erneuerung des Radios in Deutschland gestartet. Laut Branche bedarf es für die Etablierung von DAB+ in Deutschland etwa 15 Mio. Nutzer. Hinter dem Vorhaben stehen vor allem die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Die Süddeutsche Zeitung betitelt die Einführung des zwar digitalen aber klassisch, rein auf Empfang beschränkten, DAB+ als „Beleidigung der technischen Intelligenz“. Sie spricht, unter Berufung auf Branchenkreise, sowie aus Kundensicht, dem Standard DAB+ damit die Zukunftsfähigkeit ab und verweist auf die Potenziale mobiler Internettechnologien.

Folgerichtig konkurriert DAB+ mit weiteren Kundenoptionen für digitalen Hörfunk im deutschen und europäischen Markt. Dazu zählen vor allem Mobilfunkstandards wie UMTS (3G) und LTE (4G) sowie mobile, internetfähige Endgeräte wie Smart­phones und Tablets. Sie ermöglichen bereits heute einen weitestgehend flächendeckenden digitalen Empfang. Dabei bieten sie Nutzern Radio via Streaming, Einzelabruf von Sendungen und Podcasts wie auch sonst Zugriff auf das Internet. Gleiche Funktionen stehen den Kunden auch per flächendeckenden W-LAN Angeboten zur Verfügung. Die internetbasierten Übertragungstechnologien unterliegen jedoch noch deutlichen Kapazitätsgrenzen in der Versorgung hunderttausender, mobiler, gleichzeitiger Nutzer.

 

Communities of Practice in der Verlagsbranche

Unsere neue Publikation aus der Schriftenreihe „Information Systems & Services“ ist veröffentlicht. Band 12 beschäftigt sich mit einem Ansatz zur Stärkung der Innovationskraft im regionalen Verlagscluster, der am Beispiel der Wirtschaftsregion Stuttgart dargestellt wird.

Zukünftig wird die Innovationskraft den Wettbewerb in der Verlagsbranche maßgeblich bestimmen. Der Markt von Verlagen wird zunehmend von gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen geprägt sein und dadurch vermehrt Netzwerkaktivitäten fordern. Das Instrument der Community of Practice als Wissensgemeinschaft bietet hierfür ideale Rahmenbedingungen. Doch wie kann die Konzeption einer solchen Community aussehen und welche Ausprägungsformen kann sie annehmen?

Diese Arbeit untersucht verschiedene Gestaltungseigenschaften von Innovationsnetzwerken auf Basis des Community of Practice-Ansatzes und präsentiert fünf Ausprägungen anhand der fünf Kräfte nach Porter. Die Untersuchung findet am Beispiel der Wirtschaftsregion Stuttgart statt und wird abschließend anhand einer Fallstudie illustriert. Mittels empirischer Studie wird eine Übersicht aller Verlage in der Region dokumentiert, um anschließend ein Verlagscluster abzubilden. Zusätzlich werden Kriterien erarbeitet und praktisch überprüft, die ein ideales Cluster für Innovationsnetzwerke klassifizieren. Die Resultate liefern Verlagsunternehmen neue Impulse für die Entwicklung von Innovationen in Netzwerken.

Weiterführende Informationen unter PUBLIKATIONEN

 

Standortfaktoren für Verlagsunternehmen – Ergebnisse einer Umfrage

Eine vom IKW durchgeführte Studie bewertet zentrale Standortfaktoren aus Sicht der Verlage sowie aus Sicht der Mitarbeiter. Unter PROJEKTE erhalten Sie die Summary der Studie.

Faktoren für Verlage

Die Ergebnisse zu den allgemeinen Standortfaktoren zeigen, dass die Ansiedlung traditioneller Verlage, der Sitz großer Medienkonzerne und ein dichtes Netz an Content-Lieferanten die wichtigsten Faktoren für das Standortimage im Verlagssektor darstellen, wenngleich die Aspekte im Einzelnen regional unterschiedlich bewertet wurden. Der Aspekt der Ansiedlung von Zukunftsbranchen und -unternehmen wurde von 31 % der Teilnehmer genannt und verdeutlicht dessen zunehmende Bedeutung (deutlich höhere Bewertung in Hamburg / München). Rund jeder dritte Befragte bewertete die regionalen Netzwerke mit strategischen Kooperationspartnern als gut. Innovationsnetzwerke im Verlagsbereich hingegen sind in den meisten Verlagsregionen nur rudimentär vorhanden, ebenso werden die Potenziale der Partnerschaften mit Hochschulen noch unzureichend ausgeschöpft. Als wichtiges Handlungsfeld der Zukunft wird in der Versorgung mit Fachkräften gesehen. Bereits heute gaben lediglich 42 % an, ihren Fachkräftebedarf in der Region decken zu können und nur jeder Dritte war mit dem Spektrum der vorhandenen Aus- und Weiterbildungsangebote zufrieden.

Faktoren für Mitarbeiter

Die großen Verlagsregionen bieten eine große Vielfalt angebotener Stellen mit hoher Qualität (46 % insgesamt, 78 % in der Region München) sowie einen wachsenden Stellenmarkt in den Zukunftsbereichen (46 %). Die gut qualifizierten Mitarbeiter erwarten jedoch spezifische Fortbildungsangebote, mit denen erst 36 % der Studienteilnehmer heute zufrieden sind. Allgemeine Standortfaktoren wie gute Verkehrsanbindungen, leistungsfähiger Personennahverkehr sowie vielfältige Kultur- und Freizeitangebote  prägen die Lebensqualität der großen Verlagsregionen am deutlichsten und sind in allen untersuchten Ballungsgebieten heute gut abgedeckt.

Fazit

Die Studie ergab, dass 91 % der Befragten sich an ihrem Standort wohl fühlen (siehe Abb. 2). Hieraus lässt sich ableiten, dass die Standorte schon weitgehend dem gewünschten bzw. dem erwarteten Profil entsprechen.

Aus Sicht der Unternehmen ist der ideale Standort zukünftig nicht mehr nur durch eine Ansiedlung mehrerer Verlagshäuser bzw. -konzerne geprägt. Die Vernetzung mit Zukunftsbranchen sowie das Potenzial an Innovationspartnerschaften mit Unternehmen und Hochschulen gewinnen an Bedeutung. Auch zeigt sich, dass der so genannte „War-for-Talents“ bereits begonnen hat und dies eine der zentralen zukünftigen Herausforderungen für die Verlage darstellt. Dies betrifft den Zugang zu qualifizierten Absolventen und die Fortbildungsangebote als wichtigem Aspekt zur Mitarbeiterbindung. Sowohl die Anforderungen der Unternehmen an die Mitarbeiter als auch der Mitarbeiter an die Unternehmen steigen.