Communities of Practice in der Verlagsbranche

Unsere neue Publikation aus der Schriftenreihe „Information Systems & Services“ ist veröffentlicht. Band 12 beschäftigt sich mit einem Ansatz zur Stärkung der Innovationskraft im regionalen Verlagscluster, der am Beispiel der Wirtschaftsregion Stuttgart dargestellt wird.

Zukünftig wird die Innovationskraft den Wettbewerb in der Verlagsbranche maßgeblich bestimmen. Der Markt von Verlagen wird zunehmend von gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen geprägt sein und dadurch vermehrt Netzwerkaktivitäten fordern. Das Instrument der Community of Practice als Wissensgemeinschaft bietet hierfür ideale Rahmenbedingungen. Doch wie kann die Konzeption einer solchen Community aussehen und welche Ausprägungsformen kann sie annehmen?

Diese Arbeit untersucht verschiedene Gestaltungseigenschaften von Innovationsnetzwerken auf Basis des Community of Practice-Ansatzes und präsentiert fünf Ausprägungen anhand der fünf Kräfte nach Porter. Die Untersuchung findet am Beispiel der Wirtschaftsregion Stuttgart statt und wird abschließend anhand einer Fallstudie illustriert. Mittels empirischer Studie wird eine Übersicht aller Verlage in der Region dokumentiert, um anschließend ein Verlagscluster abzubilden. Zusätzlich werden Kriterien erarbeitet und praktisch überprüft, die ein ideales Cluster für Innovationsnetzwerke klassifizieren. Die Resultate liefern Verlagsunternehmen neue Impulse für die Entwicklung von Innovationen in Netzwerken.

Weiterführende Informationen unter PUBLIKATIONEN

 

Standortfaktoren für Verlagsunternehmen – Ergebnisse einer Umfrage

Eine vom IKW durchgeführte Studie bewertet zentrale Standortfaktoren aus Sicht der Verlage sowie aus Sicht der Mitarbeiter. Unter PROJEKTE erhalten Sie die Summary der Studie.

Faktoren für Verlage

Die Ergebnisse zu den allgemeinen Standortfaktoren zeigen, dass die Ansiedlung traditioneller Verlage, der Sitz großer Medienkonzerne und ein dichtes Netz an Content-Lieferanten die wichtigsten Faktoren für das Standortimage im Verlagssektor darstellen, wenngleich die Aspekte im Einzelnen regional unterschiedlich bewertet wurden. Der Aspekt der Ansiedlung von Zukunftsbranchen und -unternehmen wurde von 31 % der Teilnehmer genannt und verdeutlicht dessen zunehmende Bedeutung (deutlich höhere Bewertung in Hamburg / München). Rund jeder dritte Befragte bewertete die regionalen Netzwerke mit strategischen Kooperationspartnern als gut. Innovationsnetzwerke im Verlagsbereich hingegen sind in den meisten Verlagsregionen nur rudimentär vorhanden, ebenso werden die Potenziale der Partnerschaften mit Hochschulen noch unzureichend ausgeschöpft. Als wichtiges Handlungsfeld der Zukunft wird in der Versorgung mit Fachkräften gesehen. Bereits heute gaben lediglich 42 % an, ihren Fachkräftebedarf in der Region decken zu können und nur jeder Dritte war mit dem Spektrum der vorhandenen Aus- und Weiterbildungsangebote zufrieden.

Faktoren für Mitarbeiter

Die großen Verlagsregionen bieten eine große Vielfalt angebotener Stellen mit hoher Qualität (46 % insgesamt, 78 % in der Region München) sowie einen wachsenden Stellenmarkt in den Zukunftsbereichen (46 %). Die gut qualifizierten Mitarbeiter erwarten jedoch spezifische Fortbildungsangebote, mit denen erst 36 % der Studienteilnehmer heute zufrieden sind. Allgemeine Standortfaktoren wie gute Verkehrsanbindungen, leistungsfähiger Personennahverkehr sowie vielfältige Kultur- und Freizeitangebote  prägen die Lebensqualität der großen Verlagsregionen am deutlichsten und sind in allen untersuchten Ballungsgebieten heute gut abgedeckt.

Fazit

Die Studie ergab, dass 91 % der Befragten sich an ihrem Standort wohl fühlen (siehe Abb. 2). Hieraus lässt sich ableiten, dass die Standorte schon weitgehend dem gewünschten bzw. dem erwarteten Profil entsprechen.

Aus Sicht der Unternehmen ist der ideale Standort zukünftig nicht mehr nur durch eine Ansiedlung mehrerer Verlagshäuser bzw. -konzerne geprägt. Die Vernetzung mit Zukunftsbranchen sowie das Potenzial an Innovationspartnerschaften mit Unternehmen und Hochschulen gewinnen an Bedeutung. Auch zeigt sich, dass der so genannte „War-for-Talents“ bereits begonnen hat und dies eine der zentralen zukünftigen Herausforderungen für die Verlage darstellt. Dies betrifft den Zugang zu qualifizierten Absolventen und die Fortbildungsangebote als wichtigem Aspekt zur Mitarbeiterbindung. Sowohl die Anforderungen der Unternehmen an die Mitarbeiter als auch der Mitarbeiter an die Unternehmen steigen.